Montag, 20. September 2010

Team COLOMBIA – oder Reisegruppe “Himmelfahrtskommando”

13. – 15. August: CARTAGENA
Todmuede nach der letzten stuermischen und deswegen schlaflosen Nacht auf der Iliki, kommen wir in Cartagena an und freuen uns ueber ausgiebiges Duschen und weisse gestaerkte Bettwaesche im huebschen Hotel San Roque.
Plaza de la Aduana, Cartagena viejo Die Tage in Cartagena stehen deswegen auch eindeutig unter dem Motto “Wir goennen uns mal was!”; gemuetliche Cafebesuche, gepflegt ausgehen und nicht zuletzt die Feierlichkeiten zu Stance’s Geburtstag am 15. August (vgl. Himmelfahrtskommando ;-) stehen auf dem Programm. Hierfuer liefert die huebsche Altstadt von Cartagena ein perfektes Ambiente; wir fuehlen uns superwohl. Lustig ist, dass wir alle noch landkrank sind und aehnlich wie direkt nach dem Aussteigen aus einem Karussell noch versuchen durch den ein oder anderen Ausfallschritt den vermeintlichen Wellengang auszugleichen.
Das “Reinfeiern” laeuten wir mit dem Sonnenuntergang auf der Stadtmauer ein und freuen uns, dass Cheun, Ron, Steven und Peter – unsere neugewonnen Seglerfreunde – mit dabei sind. Netterweise stimmt die in einer benachbarten Bar spielende Band um 12 h in unsere HappyBirthdayGesaenge mit ein. Am eigentlichen Geburtstag lassen wir’s uns beim Brunchbuffet im 5*Sofitel und ehemaligen Kloster “Santa Clara” gutgehen, auch wenn wir am Ende dann doch etwas ueber die stolzen Preise erschrecken (Merke: Die Preisangaben in Reisefuehrern sind nicht immer richtig!!! ;-). Aber die Stance ist das halt einfach eindeutig wert!!!!
Schnell hier draufklicken, um den Ehrengast bei den Geburtstagsfeierlichkeiten zu sehen!!!!
16. – 20. August: SAN GIL
San Gil liegt in den Anden und ist das kolumbianische Outdoorsportzentrum. Folglich stehen Raften (Video: Raften auf dem Fluss des Todes!!! ;-) und Wandern auf dem Programm. Mit einer Hoehe von 1800 m lassen wir auch die schwuele Karibikluft hinter uns und freuen uns ueber kuehle, moskitofreie Naechte. Besonders beeindruckend war die Wanderung von Barichara nach Guane, einem schnuckligen, kolumbianischen Bergdoerfchen, auf dem “Camino Real”.
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20. – 22. August: BOGOTA
Die Freude ueber die kuehleren Temperaturen findet in Bogota (2800 m), Kolumbien’s Hauptstadt, ein jaehes Ende; wir frieren trotz unserer WirZiehenAllesWasImRucksackIstAufEinmalAn-Taktik und gewoehnen uns nur langsam an die Hoehe und ihre duenne Luft, welche uns mit leichten Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit und Schwindel plagt.
Trotzdem sind wir vom Stadtteil Candelaria begeistert: viele Studenten, alternatives Flair und tolle Museen; wir besuchen das Museo de Oro (Goldmuseum) und das Museum des Malers Botero. Ausserdem nehmen wir schweren Herzens Abschied von Stance; da waren’s nur noch drei!
@Stance: Vielen vielen Dank fuer’s Kommen :-)
23. – 26. August: POPAYAN und PASTO
In Popayan, einem kl. Staedtchen weiter suedlich in den Anden, schlafen wir im Hostal von Kim und Chris aus Schottland (‘Hostaltrail’), die superhilfsbereit sind und fuer uns eine Downhill-Mountainbike-Tour, incl. Besuch von heissen Quellen organisieren. Unsere geplante Weiterreise nach Ecuador verschiebt sich um einen Tag, da wir 5 Stunden im Superstau auf der Panamericana stehen und beschert uns einen Zwangshalt in Pasto, ca. 2 Stunden vor der Grenze.
Um die Fotos von diesem Reiseabschnitt zu sehen, wie immer einfach auf folgenden Link klicken:
http://flickr.com/gp/mrwilsonontour/kKWV83/
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13. – 15. August: CARTAGENA
After the last stormy and sleepless night on sailing boat Iliki, we arrived in Cartagena completely tired and got really excited about hot showers and white linen in the neat hotel San Roque. Funny that we are all a little bit landsick – after five days on a sailing boat.
We therefore treat ourselves in Cartagena by visiting nice Cafes, going out and last but not least celebrating Stance’s birthday. The beautiful and lively old town of Cartagena was a perfect foil to all that. We start the celebrations for Stance’s birthday with the sun set on the city wall, party well past mid-night and enjoy a fancy brunch in the 5* Hotel “Santa Clara” (Remember: The prices given in guide books could be wrong, e.g. way tooooo low!!!).
16. – 20. August: SAN GIL
San Gil is located in the Andes and Columbia’s designated outdoor center. Therefore we spent the days rafting (Video: Rafting in the river of death!!! ;-) and hiking. With an altitude of 1800 m we leave the humid Caribbean air behind us and enjoy cool and mosquito-free nights. The hike from Barichara to Guane, a neat little mountain village, on the old “Camino Real” is particularly impressing.
20. – 22. August: BOGOTA
Our happiness about the cooler temperatures ceased abruptly, when we arrived in Bogota (2800 m), Columbia’s capitol; we are freezing despite our WeWearAnythingWeHaveInOurBackpacks-tactics. We only get slowly used to the altitude and its thin air, torturing us with slight headaches, breathlessness and dizziness.
Nevertheless we like its district Candelaria pretty much: many students, alternative flair and great museums; we visit the Museu de Oro (gold museum) and the one of painter Botero. Moreover we unfortunately have to say goodbye to Stance.
23. – 26. August: POPAYAN und PASTO
In Popayan, a small town further South in the Andes, we stay in Scottish Kim’s and Chris’ Hostal (‘Hostaltrail’), who are more than helpful and organize a down'-hill MTB tour for us, incl. a visit of natural hot springs. Our planned travel to Ecuador is postponed another day by a 5 hour traffic jam on the Panamerican highway and we stay a night in Pasto, ca. 2 hours North from the border.
For checking out our pics of this part of the travel, just klick on the following link:
http://flickr.com/gp/mrwilsonontour/kKWV83/

Freitag, 3. September 2010

Von Panama City bis Cartagena, Kolumbien – Eine Seefahrt die ist lustig…

02. – 06. Aug. 2010: Panama City CIMG7639
Mit seinen Wolkenkratzern und Rieseneinkaufszentren im US-Stil, wo man wirklich aaaaaalles kaufen kann, war die Ankunft in Panama City fuer uns ein kleiner Kulturschock. Viel zu laut, viel zu hektisch, viel zu modern und viel zu viel von allem: alles hier ist viel mehr Miami als Zentralamerika!
Wir uebernachten im huebsch zurechtgemachten UNESCO-Weltkulturerbeviertel “Casco Viejo” und freuen uns ueber die Ankunft von Stance und Flo. Zusammen erkunden wir die Alt- und Neustadt, besuchen den Stadtpark Metropoliana und seine Bewohner (Faultiere, Tikiaeffchen, lustige Nagetiere, Buntspechte), machen einen Ausflug zur “Isla Taboga” (jedoch leider ohne die gehoffte Buckelwalbegegnung) und besichtigen das Miraflores Lock am Panama Kanal.
Am 06. August machten wir uns auf den Weg zur Atlantikkueste und verbrachten noch 2 Tage im Hostal Wunderbar in Puerto Lindo, von wo aus unsere Seefahrt losgehen sollte. Silvia und Guido, die Hostalbesitzer und seit Jahren leidenschaftliche Segler, organisieren regelmaessig Segeltouren von ihrem Heimathafen in Panama nach Cartagena in Kolumbien und zurueck (www.hostelwunderbar.com).
Das “Uebersetzen” von Mittel- nach Suedamerika ist ueber den Landweg kaum moeglich, zum einen aufgrund des unwegsamen Gelaendes im Darien, vor allem aber aus Sicherheitsgruenden wegen der grossen Guerillaaktivitaet in dem Gebiet. Alternative waere nur ein Flug gewesen, der preislich fast an die 5taegige Segelreise fuer 400 $ p.P. incl. Vollverpflegung kommt.
08. – 13. Aug. 2010: an Bord der Iliki, mitten im Karibischen Meer
Die Hoehepunkte unserer 5taegigen Ueberfahrt waren vor allem die tolle Crew auf dem frisch gestrichenen Segelboot Iliki: Captain Konny (“Wer kommt von weitem ueber’s Meer… ;-), the best Smutje ever: our beloved Poppy aus England und neben uns vieren noch unsere Lieblingsluxemburger Ron und Cheun, sowie Pete aus Belgien. Wir verstanden uns alle auf Anhieb supergut, nicht zuletzt, weil wir schnell feststellten, dass wir nicht nur in etwa den gleichen Musikgeschmack sondern auch den gleichen Humor teilen – beides Garanten fuer 5 unvergessliche Tage (“Guys, what time is it?” “It’s Cuba libre time!!!!!”).
Parallel zur Iliki lief auch der Seeadler mit Hostalbesitzer Guido als Captain aus. Da es fuer die etwas in die Jahre gekommene Iliki die erste grosse Ueberfahrt nach ihrer Generalueberholung war, war es gut den erfahrenen Segler und Maschinenbauingenieur Guido in Funkreichweite zu wissen (“Iliki an Seeadler, Iliki an Seeadler!!!” ;-). Trotz einiger Macken der Iliki (Kuehlwasserzufuhr vom Motor defekt, Elektrizitaet weg, Klo ruiniert ;-) haben wir uns die ganze Zeit in besten Haenden und sicher gefuehlt und alles eher als spannend und aufregend empfunden. Einziges Manko der Iliki ist die fehlende Suesswasserdusche, was die beiden Tage auf dem offenen Meer zu einer echten Herausforderung machten.
IMG_4481Die ersten 3 Tage schipperten wir mit nur maessigem Wind und Hilfsmotor (nur 4 - 5 Knoten) an der panamesischen Kueste entlang und ankerten abends vor traumhaften Inseln des San Blas Archipels. Schnorcheln, Extremhaengematting, Fische fangen und anschliessend auf offenem Feuer grillen waren an der Tagesordnung. Wir bekamen Besuch von einer Riesenschildkroete, Delfinen, Riffhaien, Rochen und uebliches Getier, was sich so am Riff tummelt.
Waehrend der 2 Tage, die wir ueber’s offene Meer nach Kolumbien uebersetzten und durchfuhren, mussten wir alle abwechselnd im 2 Stundentakt Nachtschichten uebernehmen. Das hiess Kurs halten, ueberpruefen, ob der Motor viell. heisslaueft, nach Containerschiffen Ausschau halten und ploetzliche Temperaturabfaelle, die einen Sturm ankuendigen, sofort melden. Die erste Nacht verlief ruhig, allerdings kamen wir in der zweiten Nacht in einen heftigen Sturm (der sich wirklich durch einen aprubten Temperaturabfall ankuendigte!), der anfangs das Hauptsegel aus seiner Schiene riss, das Sonnensegel demolierte, festgezurrte Boxen an Deck loeste, uns fuer 2 Stunden ordentlich durchschaukelte und Cheun und Ron, die waehrenddessen ihre Nachtschicht hatten, 7 Knoten bescherte.
Ein spannendes und sicher unvergessliches Erlebnis, das wir jederzeit wieder auf uns nehmen wuerden! Danke nochmal an Konny und Poppy fuer die tolle Zeit an Bord und unseren Luxis fuer die beste Gesellschaft, ever! ;-)
Und hier geht's zu den Fotos:

UNNUETZES SEEFAHRERWISSEN:

  • mit Musik segelt’s sich doppelt so gut
  • wir haben in 5 Tagen 300 nautische Meilen (Seemeilen) zurueckgelegt, eine nautisch Meile entspricht 1,852 km
  • 7 Knoten sind schneller als 4 Knoten und 1 Knoten ist 1 Seemeile pro h
  • Luxemburgisch ist angeblich eine eigene anerkannte Sprache und nicht wie Ungebildete vielleicht meinen ein deutscher Dialekt ;-))))
  • schon 12 Blatt Klopapier reichen aus, um das Klo auf der Iliki zu verstopfen und Konny einen freudigen Morgen zu bereiten
  • ein gelber Eimer an Deck kann vielseitigst eingesetzt werden
  • es stimmt: eine Seefahrt, die ist lustig!
  • NDW-Musik eignet sich hervorragend als Seefahrersoundtrack (Treetboot in Seenot, Leuchtturm, Hey Matrosen, Terra Titanic und nicht zu vergessen Seemann, gruess mir die Sonne ;-)
  • Delfine lassen sich nur zu den unpassendsten Gelegenheiten blicken, stimmt’s Cheun? ;-)
  • landkrank sein ist schlimmer als seekrank sein und kommt haeufiger vor!
  • das Boot mit den meisten Haengematten gewinnt und kann “Reise nach Jerusalem” mit ihnen spielen
  • Autopiloten sind was fuer Warmduscher (oder ueberhaupt Duscher ;-)
  • Verwirrte Anmerkung Kapitaen Guido zu spaeterer Stunde zu miteinander kicherndem Bernie und Flo: (bitte mit Allgaeuer Akzent lesen ;-) “jo seid’s ihr zwoi Schwule und hobt’s die Woiber bloss ols Alibi dabei?!?!”
Juhuuu! jetzt klappt's!
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02. – 06. Aug. 2010: Panama City
Panama city’s skyscrapers and huge US-style malls, where you can get really anything you can imagine, were a cultural shock for us. Way too loud, too hectic, too modern and way too much of anything reminded us more of Miami than Central America!
We stay in the neat UNESCO-world heritage quarter “Casco Viejo” and are happy about Stance’s and Flo’s arrival! Together we discover the old and new town, visit the park Metropoliana and its inhabitants (sloths, Tiki monkeys, funny rodents, wood peckers), make a trip to “Isla Taboga” (unfortunately without any humpback whale encounters) and visit the Miraflores Lock at the Panama Canal.
On August 6th we head on towards the Atlantic coast and spent 2 days in the Hostal Wunderbar, in Puerto Lindo, from where we started our sailing trip. Silvia and Guido, the owners of the hostal, are well-experienced sailors who organize tours from Panama to Cartagena in Columbia and back on a regular basis (www.hostelwunderbar.com).
The passage from Central to South America is not possible on the land, due to safety issues. A flight would have be an alternative, but its price is almost the same as for the 5 day sailing trip for 400 $ including all meals and water.
08. – 13. Aug. 2010: on SY “Iliki” in the Caribbean Sea
The highlight of our 5-day sailing trip was definitely the crew: Captain Konny, the best Smutje ever: our beloved Poppy from England, the four of us and our favorite Lux guys Ron and Cheun, as well as Pete from Belgium. We got along from the first minute, not only due to our similar taste in music, but also due to a similar sense of humor – both a guarantee for 5 unforgettable days (“Guys, what time is it?” “It’s Cuba libre time!!!!!”).
Parallel with our sailing boat “Iliki”, the “Seeadler” with hostal owner Guido as captain left the harbor in Puerto Lindo, Panama. Since this was the first longer journey for the Iliki after general overhaul, it was good to know experienced sailor and mechanical engineer within radio communication reach (“Iliki an Seeadler, Iliki an Seeadler!!!” ;-). Despite some defects of Iliki (motor coolant defect, no electricity one dusk, toilet broken ;-) we felt safe any single minute and even enjoyed the newer excitements. Only drawback of the Iliki was the non-existing fresh-water shower, making the 2 days on the open sea a real challenge for some of us.
The first 3 days we cruised with only moderate or hardly any wind and auxiliary engine (4 – 5 bends only) along the Panamanian coast, anchoring every night next to dreamlike islands of the San Blas archipelago. Snorkeling, extreme-hammocking, fishing and barbecuing them over a bonfire were on the schedule. We saw a huge turtle, dolphins, riff sharks, rays and the other usual suspects to be seen at riffs.
During the 2 days open water in the Atlantic ocean towards Colombia, we all had to do nightshifts for 2 hours each. That meant staying on course, checking the coolant of the engine, looking for container ships and recognizing abrupt decrease of temperature, which predicts a coming storm. The first night went quite smoothly with no special occurrences, but in the second night on the open sea we came into a pretty rough storm (which really announced itself by a sudden decrease in temperature!). All happened at once: the big sail came down, boxes on deck got loose, pouring rain, the sun sail came down, the boat was rocking like hell for 2 hours and brought Cheun and Ron (who were doing their nightshifts right then) did 7 bends!
All together an exciting and surely unforgettable experience, we would do again any time! Thanks again to Konny and Poppy for having us and the best time and our Lux guys for the best company, ever! Miss you!
Klick here for the rest of the pics:

USELESS SAILOR’S COCK-AND-BULL STORIES:

  • with music sailing means twice as fun
  • within 5 days we covered a distance of 300 nautical miles (1 nautical mile = 1,852 km)
  • 7 bends are faster than 4 bends and 1 bend is 1 nautical mile per hr
  • Luxembourgish is supposedly an own language and not just a German dialect, as believed by ignorant people ;-)))))
  • already 12 pieces of toilet paper are sufficient to block the toilet on Iliki and bring Konny a happy morning
  • a yellow bucket on deck is pretty versatile
  • it’s true: “eine Seefahrt, die ist lustig” as a German song says
  • Nena and other German 80s pop-heroes are the perfect sailing soundtrack (Treetboot in Seenot, Leuchtturm, Hey Matrosen, Terra Titanic und nicht zu vergessen Seemann, gruess mir die Sonne ;-)
  • dolphins only show up at the most improper moments, ain’t it right, Cheun?
  • being landsick is worse than being seasick and occurs with higher frequency!
  • the boat with more hammocks wins and can play “Musical hammocks” – wooohoooooo!
  • autopilots are for milksops!
  • Confused annotation of Captain Guido at the end of a big night towards Bernie and Flo, who were giggling with each other: “are you guys two faggots and took the broads only as an alibi?!?!?!”