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Montag, 13. Februar 2012

Incredible India, Teil 3 – der Sueden: Kerala und Tamil Nadu


Interessanterweise regiert in Kerala seit ueber 50 Jahren eine demokratisch gewaehlte kommunistische Regierung, und diese hat beachtliches vollbracht: Kerala ist der Bundesstaat Indiens mit der geringsten Analphabetenquote, der hoechsten Lebenserwartung, mit den staerksten Frauenrechten, dem hoechsten Lebensstandard und der geringsten Umweltverschmutzung. Unterhaltungen sind hier wieder durchgehend interessant und angenehm, weil viele recht gut Englisch sprechen und beschraenken sich nicht nur auf bekannte Begruessungsfloskeln. Und man begegnet uns angenehmerweise auf Augenhoehe und mit einer ordentlichen Portion Stolz aufs eigene Land. Auch die Fortbewegung ist innerhalb des Bundesstaates sehr einfach, z.B. bekommt man Zugtickets ganz einfach am gleichen Tag und die Zuege sind auch laengst nicht so ueberfuellt wie im Norden.
Gleich bei unserer Ankunft im Sueden Indiens, genauer gesagt in Kochi, finden wir Gefallen an der Mischung aus traditionellem Indien und Moderne. Man reist hier in Kerala definitiv stressfreier! Und alles inmitten sattgruener abwechslungreicher Landschaft - wir finden den Werbesolgan des Landes ‘God’s own country’ sehr treffend.
IMG_236429. Nov. – 6. Dez.: Fort Cochin/Ernakulum
Nach unserem Aufenthalt im hektischen, lauten, schmutzigen Aurangabad, fuehlen wir uns bei der Ankunft in Kochi (Cochin) wie in einer anderen Welt und gleich sehr wohl. Vor allem der Stadtteil ‘Fort Cochin’ mit seinen huebschen Kolonialbauten, netten Kaffees und ruhigen Gaesschen laedt zum Verweilen ein. Wir wohnen im etwas authentischeren und daher guenstigeren Ernakulum, von wo wir fast taeglich mit der Stadtfaehre nach ‘Fort Cochin’ uebersetzen.
Ein Highlight waehrend unseres Aufenthalts ist der Besuch des hinduistischen Tempelfests in Thrippunithura, wo uns besonders die geschmueckten Tempelelefanten beeindrucken. Hier sind wir die einzigen Touristen und werden herzlich aufgenommen und sind sofort Teil des Geschehens. Die treibende, trommeldominierte Musik, deren Melodie sich aufschaukelt und immer schneller wird und die extatisch mitgehenden Besucher erinnern uns an ein DrumAndBass-Konzert – einfach genial.

Von Cochin aus unternehmen wir einen Ausflug nach Nordkerala:
2. – 4. Dez.: Wayanad Nationalpark
Im Gegensatz zu Periyar (siehe spaeter) ist der Nationalpark Wayanad noch kaum touristisch erschlossen und beherbergt neben Axis- und Sambahirschen auch eine stattliche Population an wilden Elefanten und Tigern. Die Safaris an den 2 vorangegangenen Tagen, hatten jeweils Tigerglueck, wir mussten uns allerdings mit den Elefanten begnuegen, aber wir wollen uns nicht beschweren – supertoll war’s! Im nahegelegenen Dorf ‘Tholpetty’ erleben wir authentisches Dorfleben zusammen mit unserer Reisegruppe Elisabeth und Norbert, mit denen wir spassige Momente und gute Gespraeche teilen.
Backwaterimpression7. – 9. Dez.: Die ‘Backwaters’ um Kottayam
Statt eine Tagestour von Kochi aus zu machen oder auf einem Hausboot zu uebernachten, entscheiden wir uns dazu, 2 Naechte in einem kleinen Dorf in einer Familienpension in den Backwaters zu uebernachten, um das Leben dort kennenzulernen. Das System aus Wasserstrassen unterschiedlichster Groesse bildet hier die Lebensader. Alles spielt sich am Wasser ab, hier wird gewaschen und gebadet, es wird auf die Natur geachtet und das Haupteinkommen ist der Reisanbau. Wir unternehmen Ausfluege mit der lokalen Faehre und erkunden die kleineren Kanaele mit dem Kanu. Und die winkenden Kinder fragen nicht nach Rupien (Geld) sondern hoechstens mal nach einem Stift oder wollen einfach nur fotografiert werden. Heile Welt!
9. – 18. Dez.: Varkala – Beach time, Baby!
Weiter suedlich liegt Varkala, ein zwar touristischer, aber dennoch liebenswerter Ort am Meer, wo wir fuer 10 Tage ausspannen (geplant waren 2-3 Tage ;-) und mal wieder ein bisschen Urlaub vom Reisen machen.
Fuer westliche Touristinnen ist es in Indien meist etwas schwierig einen Badeurlaub im Bikini zu geniessen. Innerhalb von kuerzester Zeit bilden sich normalerweise Gruppen von maennlichen Indern, die sich in naechster Naehe platzieren und ungeniert starren. Nicht so in Varkala! Die oertlichen ‘Mitch Buchannons’  pfeifen nicht nur ahnungslose Touris von den fiessen Unterstroemungen zurueck, sondern auch gaffende Inder in Grossgruppen, die sich um bikinitragende Maedels versammeln.
18. – 20. Dez.: Kumily (Periyar Nationalpark)
Wir ueberlegten uns lange, ob wir denn nach Kumily fahren sollen, da wir mit dem Besuch des Wayanad unser Nationalparkbeduerfnis eigentlich schon gestillt hatten.
Ferner entwickelte sich in den letzten Wochen ein Konflikt zwischen Kerala und Tamil Nadu wegen des Mullarperiyardamms direkt bei Kumily, der auf Kerala’s Boden steht, und Tamil Nadu’s Landwirtschaft mit Wasser versorgt. Dieser Damm ist noch ein Ueberbleibsel der Briten und deswegen etwas in die Jahre gekommen. Wuerde er brechen, wuerden die Wassermassen einen Grossteil von Kerala ueberfluten – sagt Kerala. Deswegen will Kerala den Damm generalueberholen, muss aber dafuer die Wasserversorgung fuer Tamil Nadu herunterfahren. Die sehr populistische Bezirksregierung von Tamil Nadu will den Neubau des Damms aber verhindern, aus Angst sie koennten ihre Wasserversorgung verlieren und sagen, der Damm ist schon ganz ok. Da es inzwichen schon Ausschreitungen (vor allem auf tamilischer Seite) und deshalb sind die Grenzen zwischen den beiden Staaten in der Umgebung des Damms einfach zu – und das schon seit 2 Wochen.
Da Kumily auf unserer Route ist, legen wir hier dennoch einen Zwischenstopp ein und hoffen, dass sich die Situation bald entspannt und wir die Grenze uebertreten koennen.
Der Nationalpark ist zwar schoen, wir unternehmen hier eine eintaegige Tour zur Fuss und per Floss, doch sehen wir kaum Tiere (wie erwartet war Wayanad diesbezueglich viel besser). Da dem Ort zur eigentlichen Hauptsaison aufgrund der geschlossenen Grenze und der schlechten Presse die Touristen, die die Haupteinnahmequelle darstellen, wegbleiben, verbringen wir hier sehr ruhige und entspannte Tage zu Tiefstpreisen!
IMG_288420. – 23. Dez.: Munnar
Um Munnar liegt die bekannteste Teeregion Suedindiens, und die schoene Berglandschaft (Western Ghats) laed zu ausgedehnten Wanderungen ein. Wir freun uns wiederum nette und interessante Menschen bei diversen Ausfluegen kennenzulernen (Gill und John aus London sowie Sylvia und Martin aus dem Allgaeu). Wir wissen jetzt (fast) alles ueber Teeanbau, den Unterschied zwischen schwarzem, gruenem und weissem Tee und durften auch bei der Teeernte helfen.
Trotz unserer ganzen Troedelei hatte sich der vorher erwaehnte Konflikt zwischen den beiden Bundesstaaten noch nicht entspannt und die Grenzen in Naehe des Mullarperiyardamms waren weiterhin geschlossen. Deswegen mussten wir einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, schafften es aber ohne Probleme oder Reibereien unversehrt bis nach Madurai in Tamil Nadu.
23. – 25. Dez.: Madurai – Tamil Nadu
Direkt nach der Grenze zwischen Kerala und Tamil Nadu merken wir sofort wieder den Unterschied: Hier liegt deutlich mehr Muell rum, alles schaut etwas heruntergekommener aus und auch die Kommunikation gestaltet sich wieder etwas schwieriger. Der Grund unseres Besuchs in Madurai ist der unglaubliche Sri-Meenakshi-Sundareshwarar Tempel, welcher durch die unzaehligen bunten Figuren auf den verschiedenen Tuermen besticht. Ferner goennten wir uns zu Weihnachten eine Art Luxushotel – zumindest ein kleiner Ausgleich wenn man schon nicht mit Familie und Freunden feiern darf ;-)
25. – 26. Dez.: Trichy
In Trichy (kurz fuer Tiruchirapalli) besuchen wir das Rock Fort und den riesigen lebhaften Sri Ranganathaswami Tempel.
26. – 30. Dez.: Mammalapuram
Kurz vor unserer Weiterreise nach Thailand wollten wir uns abschliessend in Indien noch ein paar Tage Strand und gutes Wetter in Mammalapuram goennen – doch falsch gedacht; wir haben nicht Zyklon Thane beruecksichtigt: Wir hatten deswegen leider drei Tage druchgehend Regen und eine Sturmnacht zu ueberstehen! Zum Glueck naechtigten wir in einem tollen Familienhotel (Sunrise Guesthouse – sehr empfehlenswert), wo wir vor allem das ueberragende Dachrestaurant und die gute Kueche zu schaetzen wussten.
30. Dez. – 1. Jan.: Chennai
Zum Abschluss unseres Aufenthalts in Indien besuchten wir Chennai: In der viertgroesstsen Stadt Indiens (7 Mio. Einwohner) verbrachten wir einen kurzweiligen Nachmittag mit Divya und Ihrer Schwester (Divya ist eine ehemalige Arbeitskollegin von Bernie bei TI). Nach diesem gemuetlichen Treffen freuten wir uns schon auf die Silvester’feierei’, doch leider weit gefehlt: Alkohol ist in Indien meist nur in speziellen Bars und Restaurants zu kaufen, und fast alle jener Bars werden nur von Maennern besucht und die Atmosphere ist sehr fragwuerdig. Tja, deswegen musste die grosse Silvestersause leider ausfallen, bzw. in Bangkok nachgeholt werden!
Doch nicht zuviel verraten, davon gibt’s dann “bald” mehr, hier erstmal die Bilder aus Suedindien – vor allem fuer Elefantenfreunde ;-)

 Beachtime

UNNUETZES REISEWISSEN INDIEN, TEIL 2:

  • Ueberall in Indien sieht man die Swastika (das Hakenkreuz), ein Gluecksbringer im hinduistischen Glauben
  • In Indien sind Bahngleise breiter als in Europa (1676 mm statt 1435 mm), sie werden auch Kolonialspur oder indische Breitspur genannt und sind mitunter die breitesten weltweit!
  • Auch in India ist man mit Bajaj ‘Hoffentlich Allianz versichert’
  • Der Gemischtkonzern TATA Group baut nicht nur Autos, sondern handelt auch mit Tee, Medikamenten, Telekommunikation, IT, Stahl, Energie, etc…
  • Zum Ausdruck eines ‘JA’ vollfuehrt der Inder eine liegende ‘8’ (anstatt des bei uns ueblichen Nickens)
  • Nicht ueberall wo ‘Hotel’ draufsteht ist auch Hotel drin, oft ist es nur ein Restaurant
  • Neben Bollywood (Mumbai) gibt es auch Tollywood (Westbengalen), Kollywood (Chennai), Mollywood (Malayalam), Sandalwood (Karnataka) und viele mehr…
  • Maracuja ist eine Kletterpflanze
  • Die Aussteuer ist zwar gesetzlich verboten, ist aber immernoch Gang und Gaebe
  • Die Zimtstange ist ein roehrenfoermiges, zusammengerolltes Rindenstueck des Zimtbaums
  • ‘Kerala’ heisst uebersetzt ‘Land der Kokospalmen’

- - - - E N G L I S H     V E R S I O N - - - -


Kerala is reigned by a democratically elected communistic party for over 50 years now, which achieved quite notable changes: Kerala is India’s state with the lowest illiteracy rate, the strongest women rights, best living conditions, highest life expectancy and the lowest pollution. Conversations with the locals in English here are in general more interesting and convenient than in the North and not only limited to the well-known “where from” phrases. Moreover, people approach us with a healthy self-confidence and are proud about their country.
Traveling in Kerala is also simpler, e.g. you can buy train tickets just before it leaves and the trains are way less crowded than in the North.
Right after our arrival in the South of India, in Cochin to be exact, we liked the mixture of the traditional and the modern way of Indian life. And everything in the middle of a lush green varied landscape – the slogan of Kerala ‘God’s own country’ really fits!
29. Nov. – 6. Dec.: Fort Cochin/Ernakulum
After spending time in loud and hectic Aurangabad, being in Cochin felt like being in another world. Especially the old part of the city, ‘Fort Cochin’, with beautiful colonial buildings, nice cafes and quiet side streets is very inviting. We spent the nights in a quarter called Ernakulum, which is less toffed up and therefore cheaper but undertook daily tours with the local ferry to ‘Fort Cochin’.
One highlight was the Hindu temple festival in Thrippunithura we visited, with wonderfully decorated temple elephants. We were the only tourists at the festival, and the local people welcomed us warmly. The driving, drum-dominated music, whose melody gets faster and faster and the ecstatically dancing crowd reminded us more of a drum’n’bass event than a religious festival – it was amazing!
From Cochin we made an excursion to the Northern Kerala: 
2. – 4. Dec.: Wayanad National Park
Unlike Periyar (see below) Wayanad National Park is not a major tourist destination yet. There are Axis and Samba deer, wild elephants and tigers, which are therefore more likely to encounter. The safaris on both previous days were lucky and really saw a tiger, we unfortunately ‘only’ saw elephants – but nothing to complain about – it was amazing!
In the adjacent village ‘Tholpetty’ we see authentic rural life in India.
7. – 9. Dez.: The ‘Backwaters’ around Kottayam
Instead of a day trip from Cochin or a tour on a house boat we decided to stay two nights in a small village in a family guesthouse to experience the real life within the backwaters. The network of lakes and lagoons linked by broad or narrow channels defines the way of life here. Everything is done in and by the water: washing and bathing, the nature is respected and the main income is the cultivation of rice. We undertook a short trip with the public ferry and explore the small channels with the canoe. And, most surprisingly, the children just ask for a pen or a picture (one foto, pleeeaaaase!!!) instead of demanding Rupies. Ideal world!
9. – 18. Dec.: Varkala – Beach time, Baby!
A bit south is Varkala, a touristic, but still nice beach village, which we visited for 10 days (had planned 2-3 ;-) to relax and to take ‘vacation from traveling’, again.
It is not easy for female western tourists to make beach vacation in India; in most places there are always groups of male Indians which walk and stay around the sunbathers to stare at them. This is not the case in Varkala! The local life guards do not only take care of dumb tourists which aren’t aware of the dangerous currents, they as well ‘remove’ gawking Indians from staring at the bikini girls.
18. – 20. Dez.: Kumily (Periyar National Park) 
Kumily and Periyar, resp. were nice, but - as expected - not comparable to Wayanad. We spent a whole day (bamboo rafting and hiking) in the national park but hardly saw any animals. But Kumily was en route towards Munnar and thereafter Tamil Nadu and therefore a welcoming break in the journey.
20. – 23. Dec.: Munnar
Munnar is probably the best-known tea growing region of Southern India and a former British hilltop station. The beautiful landscape invites for hikes around the countryside. We are again lucky and meet interesting and open-minded people, with whom we share good conversations and great moments (Gill and John from London and Sylvia and Martin from South Germany).
Due to an ongoing conflict between Kerala and Tamil Nadu about the Mullaperiyar which had intensified throughout the last weeks all borders between the states around the dam are closed. Therefore we had to take a little detour via the North to arrive at our next destination Madurai in Tamil Nadu.
23. – 25. Dez.: Madurai
Right after crossing the border into Tamil Nadu we saw the differences: Again there was the garbage, the houses were in worse conditions and communication was more difficult. Nevertheless we enjoyed the time in Madurai, especially due to the unbelievable Sri-Meenakshi-Sundareshwarar temple and our luxury hotel, with which we treated ourselves for Christmas.
25. – 26. Dec.: Trichy
In Trichy (short for Tiruchirapalli) we’ve visited the Rock Fort and the huge and lively Sri Ranganathaswami temple.
26. – 30. Dez.: Mammalapuram
Before traveling on to Thailand we had planned to spent the last days in India in the sun at the beach in Mammalapuram – which did NOT happen: Cyclone Thane was approaching, so we had three days of ongoing rain and strong winds! Luckily we stayed in a very nice family hostel (Sunrise Guesthouse), where we especially appreciated the marvelous rooftop restaurant and the great food. 
30. Dec. – 1. Jan.: Chennai
At the end of our travels through India we visited Chennai, the fourth-biggest city in the country (7 Mio inhabitants). Here we spent a very nice afternoon together with Divya and her sister (Divya is a former working colleague of Bernie at TI).

Donnerstag, 5. Januar 2012

Incredible India, Teil 2 – Varanasi, Ajanta, Ellora

 

Im zweiten Teil unserer Indienreise besuchten wir drei der beruehmtesten Wallfahrtsorte in Nord- und Zentralindien.

Nach einer 20stuendigen Zugfahrt, die eigentlich fur 12 Stunden veranschlagt war, kommen wir in Varanasi mit einer vernachlaessigbaren Verspaetung an (800 km suedoestlich von Delhi). Unser Miniabteil, welches mit 4 Britschen bestueckt ist und sich vom Gang provisorisch mit einem Vorhang abtrennen laesst, teilen wir gluecklicherweise mit einer supernetten 3koepfigen Familie aus Malaysia. Waehrend der Zugfahrt kann man sich mit warmen Mahlzeiten eindecken, nur einen Wasserengpass mussten wir in Kauf nehmen.

21. – 24. Nov.: VARANASIP1120432

Varanasi ist wohl die heiligste aller Staedte in Indien: was Altoetting fuer bayrische Katholiken und Mekka fuer Moslems, all dies ist Varanasi fuer Hindus. Wer hier im Ganges seine Suenden los wird, der kann sich gluecklich schaetzen. So reiht sich ein Ghat (Treppenanlage, die ins Wasser fuehrt) ans andere, um den Hindumassen gerecht zu werden. Varanasi selbst besteht aus einem undurchschaubaren WirrWarr aus engen, stinkenden, kuhdung- und muellbedeckten Gassen. Und trotzdem ist die Atmosphaere insgesamt sehr feierlich. Entlang der Ghats am Ganges spielen sich die gegensaetzlichsten Szenen mal wieder direkt nebeneinander ab: waehrend einer Zeremonie nehmen Glaeubige ein Bad, nebenan wird Waesche gewaschen, ein totes Tier treibt gefolgt von einem Lotusschiffchen mit Kerze vorbei, ein kleiner Junge kippt einen Korb mit Muell in den Fluss, Touristen schippern auf Booten vorbei, eine Frau waescht ihre Haare, ein Kind putzt Zaehne und auch die Asche von Oma wird dem heiligen Ganges uebergeben.  Man kann das Treiben am Fluss nur staunend beobachten, aber nicht verstehen!

24. – 28. Nov.: Die Hoehlen von AJANTA und ELLORA

IMG_2238Eine weitere Nachtzugfahrt suedwestlich von Varanasi (dieses Mal ‘nur’ 12 Stunden Fahrtzeit plus 1,5 Std. Verspaetung ;-) liegen im Hochland der Westghats (ca. 400km landeinwaerts von Mumbai): die beiden UNESCO Weltkulturerbestaetten Ajanta und Ellora. Bei beiden Orten handelt es sich um religioese Pilgerstaetten, in welchen verschiedene Glaubensgruppen (Buddhisten, Jains und Hinduisten) komplette Tempelhoehlen in den Fels schlugen (500 – 1000 n. Chr.). In Ajanta sind die wunderbar erhaltenen Wandmalereien, welche allesamt aus rein pflanzlichen Farben erstellt wurden, noch beeindruckender als die Bildhauerkunst. In Ellora gefallen die unglaublich detailverliebten Jainhoehlen sowie der komplett freigelegte hinduistische ‘Kailash’ Tempel. Waehrend der Erschaffung dieses Tempels wurden ueber 200.000 Tonnen Stein abgetragen!

Interessanterweise scheinen uns die Einheimischen in Zentralindien fuer exotischer zu halten, also in Rajasthan und wir werden noch haeufiger fotografiert, manches Mal zu oft und auch zu aufdringlich fuer unseren Geschmack. Ausserdem wollen alle mit uns ‘Konversation’ betreiben, die allerdings meistens im gleichen Muster ablaufen und aus folgenden drei Fragen bestehen: ‘What’s name?’, ‘Where from?’ und ‘Work?’.  Leider ist  kein richtiges Gespraech moeglich, weil das Englisch der meisten Inder hier nur rudimentaer ist. Nichtsdestotrotz haben wir gerade wegen der Neugier der Bewohner dieser Region so manche schoene und interessante Begegnung.

Manchmal stellt man beim Blogschreiben uebrigens fest, dass sich diverse Orte relativ schwer in Worte fassen lassen, wie z.B. hier die Pilgerstaetten von Ajanta und Ellora! Deswegen empfehlen wir dringenst das Studium unserer Bilder:

http://flickr.com/gp/mrwilsonontour/6N3BC5/

 

- - - E N G L I S H    V E R S I O N - - -

During the second part of our journey through India we visited three of the most famous pilgrim sites in North and Central India. 

After a 20 hour train ride, which had been scheduled to be 12 hours, we arrived in Varanasi only with a tiny delay (~800 km South East of  Delhi). Luckily we shared our tiny 4 bunk cabin with a very nice family of 3 from Malaysia, making the trip worthwhile!

21. – 24. Nov.: VARANASI

Varanasi is probably the most holy of all cities in India: what Altoetting is for Bavarian Catholics and Mekka is for Moslems, all that is Varanasi for Hindus. Whoever gets to wash his sins into ‘mother ganga’ here, can count oneself lucky! Therefore numerous ghats (stairs leading into the water) are lined up along the shore, so as to handle the huge amount of Hindu pilgrims. Varanasi consists of inscrutable tangle of narrow, smelly, cow dung and litter covered streets. And nevertheless is the whole atmosphere solemn. Along the different ghats at ganga the most controversial scenes happen: while believers take a bath during a ceremony, someone will do his laundry right next to them, a dead animal will float by, followed by a lotus flower, a small boy throws a basket full of garbage into the river, tourists cruise by, a woman washes her hair, a child brushes its teeth and even granny’s ashes are committed to holy ganga. One can only watch these happenings, but not understand them!

24. – 28. Nov.: The caves of AJANTA and ELLORA

Another night train trip South West from Varanasi (this time ‘only’ 12 hours journey time and 1.5 hours delay ;-) the UNESCO world heritage sites Ajanta and Ellora are located (ca. 400 km inbound from Mumbai). The sites were built and used by different persuasions (Buddhists, Jains and Hindus) and comprise of complete temple caves carved into the rocks (500 – 1000 AD). In Ajanta the well conserved wall paintings are even more impressive than the carvings, whereas in Ellora the detailed carvings of the Jain temples and the completely laid open ‘Kailash’ temple are awesome. During its creation 200.000 tons of stone were ablated!

Interestingly the locals in Central India seem to consider us more exotic than those in Rajasthan and we are being photographed more often, sometimes even too often and also too intrusively for our taste. Moreover everyone wants to ‘converse’ with us, although these ‘conversations’ mainly follow the same pattern and consist of the following three questions: ‘What’s name?’, ‘Where from?’ und ‘Work?’. Unfortunately no real dialogue is possible, since the English of most Indians here is only rudimentary. Nevertheless we experience some nice and interesting encounters thanks to this curiosity of the inhabitants of this region.

Sometimes writing the blog makes you realize how difficult it is to describe some places, as Ajanta and Ellora. Therefore we highly recommend studying the pics:

http://flickr.com/gp/mrwilsonontour/6N3BC5/

Samstag, 10. Dezember 2011

Incredible India, Teil 1, der Norden – Maharadschapalaeste, Muell und Muh!


Spiritual WalkIndien ist getreu dem offiziellen Werbeslogan “Indcredible India” wirklich in jeder Hinsicht unglaublich: unglaublich dreckig, unglaublich bunt, unglaublich anstrengend, unglaublich gastfreundlich, unglaublich arm, unglaublich reich, unglaublich laut und unglaublich faszinierend! Und das Unglaublichste ist die Tatsache, dass es dies alles nur im Paket zu geben scheint: ein Subkontinent der Kontroverse!
Auf unserem Weg nach Suedostasien suchten wir uns Indien gezielt als erstes Ziel aus, da wir von anderen Reisenden vor allem die unterschiedliche Kultur als besondere Erfahrung geschildert bekommen hatten. Dass das nicht immer so entspannend ist, wie irgendwo am Strand rumzuliegen, war uns klar!
Fast alles oben beschriebenene bestaetigte sich schon am ersten Tag, aber dennoch waren die Eindruecke eher positiv; wir finden die Schlepper in Aegypten viel schlimmer, haben auch woanders schon Unmengen an Muell rumliegen sehen und koennen auch den negativen Seiten die interessanten Aspekte abgewinnen.

Die Inder sind - wenn man nicht gerade direkt vorm Taj Mahal steht und nach Touri ausschaut (was sich nicht vermeiden laesst) - sehr nett und machen Fotos von uns und wir Fotos von ihnen und sie sagen "you are beautiful couple" und wir sagen "you have a beautiful Sari". Ausserdem ist Kerstin (nach viiiielen Durststrecken in Lateinamerika) im Vegetarierhimmel angekommen. Oft gibt’s ueberhaupt kein Fleisch und wenn dann gibt’s bei einer Riesenspeisekarte ganz am Ende einen Miniabschnitt der ‘Non-Veg’ heisst und der 4 Gerichte zur Auswahl hat (meistens Huhn). Leider gibt’s auch keinen Alkohol, aber auch das werden wir ueberleben.
Mit unserem westlichen Verstand und Blick auf die Welt kann man vieles nur schwer oder gar nicht greifen: Waehrend man als haendchenhaltendes Paar mit argwoehnischen Blicken gestraft wird, tauschen befreundete Maenner untereinander Zaertlichenkeiten aus und schlendern haendchenhaltend durch die Stadt, was hier als Bruederlichkeit verstanden wird. Eine nackte Schulter gilt als freizuegig, waehrend manche Saris den ganzen Bauch der indischen Dame zeigen. Jemanden mit den Fuessen zu streifen erfordert auf jeden Fall eine foermliche Entschuldigung, wohingegen ein heftiger Rempler am Arm schon OK ist. Und bloss nicht mit der linken Hand essen oder mit ihr etwas entgegennehmen, sie gilt als unrein (Klopapier ist in Indien ausserhalb der Tourizentren naemlich Mangelware, wenn ihr wisst, was ich meine ;-).
So waren wir die ersten 4 Wochen damit beschaeftigt, uns an die indischen Verhaeltnisse zu gewoehnen und bloss nichts falsch zu machen (“Nicht mit der linken Hand, nicht mit der linken Hand,…”), lebend ueber die Strasse zu kommen (Linksverkehr gepaart mit der - in unseren Augen - chaotischen Fahrweise ist sehr gewoehnungsbeduerftig), die vielen bunten Eindruecke zu verarbeiten, den Hinduismus und das Kastensystem zu verstehen (weiterhin erfolglos), das leckere Essen und die unschlagbaren Preise zu geniessen und mit dem Gestank klarzukommen!
2. – 4. Nov. 2011: Delhi
Wir wohnen im hektischen Bahnhofsviertel Pahar Ganj direkt zwischen Old und New Delhi. Dort geniessen wir den Blick auf den wuseligen Main Bazaar von diversen Dachterrassencafes, wo wir zwischen den Rikschas, Tuktuks, Taxis und Passanten auch immer wieder Kuehe entdecken – inmitten einer 15 Millionenstadt! Die heiligen Kuehe sind ueberall in der Stadt zu sehen und bremsen desoefteren den Verkehr aus, sogar auf den hiesigen ‘Autobahnen.’
Die Luftverschmutzung in Delhi ist derart extrem, dass man teilweise denkt, es herrsche Hochnebel, der den Blick auf die Sonne verschleiert.
Wir beschliessen deswegen, Delhi erst mal den Ruecken zuzukehren und die Region westlich davon – Rajasthan – zu erkunden. Weil alles so billig ist goennen wir uns dafuer ein Auto mit Fahrer. Aufgrund des  fuer Europaer undurchschaubaren Vekehrschaos ist selber fahren in Indien naemlich unmoeglich. Ausserdem will man natuerlich keine Kuh aus Versehen umfahren, da diese den Hindus heilig ist.
6. – 16. Nov 2011: 12 Tages-Rundtour durch Rajasthan
P1120173PUSHKAR
Wir hatten bei unserer Tourplanung riesiges Glueck, dass wir den Hindu-Pilgerort Pushkar direkt waehrend des grossen alljaehrlichen Glaubensfestes, der ‘Pushkar Mela’, besuchten. Die Glaeubigen nehmen ein Bad im heiligen See und waschen sich damit symbolisch von ihren Suenden rein. Parallel zu diesem Fest gibt es auch noch einen riesigen Tiermarkt (mit vielen vielen Kamelen, einigen Pferden und ein paar Rindern) und eine Zeltstadt fuer 20000 Menschen. Alles hier erinnerte uns an eine Filmkulisse aus 1001 Nacht, und die vielen bunten Saris und Blumen verwandelten das Ganze in ein Meer aus Farben. Vor allem die morgendliche Kamelsafari durch die Zeltstadt in Richtung der Wueste Thar war fuer uns unvergesslich, obwohl man beim Kamelreiten ganz schoen weit oben sitzt!
UDAIPUR
Der naechste Halt unserer Rundtour ist Udaipur mit seinem riesigen Stadtpalast. Fuer den Palast, der zum Teil noch vom aktuellen Maharadscha bewohnt wird, muss man (wie in vielen anderen Sehenswuerdigkeiten in Rajasthan) fuer die Digitalkamera eine eigene Eintrittskarte erstehen (die  teuerer ist wie der Eintritt von uns beide zusammen). Der Stadtpalast ist sehr prunkvoll, erinnert uns allerdings sehr an entsprechende Bauten in Istanbul. Viel interessanter war fuer uns der prae-islamische Jagdish Tempel, welcher durch unglaubliche bildhauerische Detailvielfalt besticht.
RANAKPUR
Aehnlich wie der Jagdish Tempel ist der Tempel von Ranakpur ein in Marmor gehauenes Meisterwerk. In der Tempelanlage der Jainisten (Glaubensgemeinschaft) beindruckt vor allem der massive Haupttempel ‘Chaumkh’ mit seinen 1444 ornamentierten Saeulen, von welchen keine der anderen gleicht!
Mehrangarh Fort in JodhpurJODHPUR
Ueber der ‘blauen Stadt’ mit den indigobemalten Haeusern erhebt sich das maechtige Meherangarh Fort, ein unglaublich imposanter Bau, der im Laufe der Geschichte niemals eingenommen werden konnte.
JAIPUR
Unser naechster Halt ist einer der drei Punkte des sogenannten ‘Goldenen Dreiecks’: Delhi, Agra und eben Jaipur. Dass dieser Ort dadurch touristischer ist, faellt uns beim Besuch des Amber Forts auf. Das durchaus interessante Fort ist leider hoffnungslos ueberlaufen. Ferner nimmt uns der hier von der Agentur gestellte Fuehrer a) durch sein Unwissen und b) durch seine unverschaemte Forderung nach hohem Trinkgeld (der wir nicht nachgekommen sind) die Freude an Jaipur. Es bestaetigt sich mal wieder: dort wo viele Touristen sind, gibt’s auch viele Leute, die sich an ihnen bereichern wollen und die Authentizitaet geht leider verloren.
RANTHAMBORE NATIONALPARK
Nach den vielen Tempel- und Palastbesuchen freuen wir uns auf ein wenig Abwechslung mit dem Besuch des Nationalparks Ranthambore. Dieser Park ist vor allem wegen seiner Tigerpopulation beruehmt, die man zumindest auf den Werbeplakaten sieht! Wir haben aber leider Pech und sehen keine Grosskatze, wenn auch der Guide einmal behauptet einen Leopard zu sehen. Dies liegt aber wohl vor allem an den laermenden Indern bei uns im Safaribus, die trotz der Aufforderung des Guides nur bedingt ruhig sein koennen.
AGRA – TAJ MAHAL
Der letzte Tag unserer Rundreise fuehrt uns in die Stadt des weltberuehmten Taj Mahals. Am spaeteren Vormittag sehen wir das komplett aus Marmor gebaute Mausolemum wunderschoen in der Morgensonne, das vor allem durch seine perfekte Symmetrie der Minarette zum Hauptbau mit der grossen Zwiebelkuppel besticht. Allerdings sind wir nach fast 2 Wochen Sight-seeing-Tour schon an Eindruecken, vor allem was Bauten angeht, ueberladen.
15. – 19. Nov 2011: Delhi
Home Sweet Home - Nach 12 Tagen des rastlosen Umherreisen freuten wir uns wieder auf bekanntem Terrain zu sein und mal wieder auszuschlafen! Wir nutzten die Tage um die Eindruecke von unserer Rundtour zu verarbeiten und unsere Weiterreise zu organisieren. Wir fanden schnell heraus, dass es in Indien nicht moeglich ist, spontan ein Zugticket zu erstehen. Die Tickets sind meist schon zwei Tage zuvor ausverkauft! Um ein Ticket in Richtung Varanasi (unserem naechsten Ziel) zeitnah zu erstehen, besuchten wir das Reservierungsbuero im Hauptbahnhof von New Delhi. Dort angekommen, merkt man sofort die Ueberbleibsel der britischen Buerokratie: Es wird ‘geQt’ (also angestellt) was das Zeug haelt, man rutscht auf einer unendlich langen Stuhlreihe immer wieder einen Platz auf bis man final, kurz vor dem Ziel – also einem freien Sachbearbeiter – noch auf einer durchgesessenen Couch Platz nehmen darf. Und der Antrag den wir fuer den Kauf eines Zugtickets ausfuellen muessen, macht jedem Visumsantrag Konkurrenz! Wir ergattern zwei Tickets fuer den Nachtzug in zwei Tagen und freun uns schon auf unser erstes Zugabenteuer in Indien! Aber davon dann beim naechsten Mal mehr, nun erstmal viel Spass mit den Bildern aus Rajasthan:


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UNNUETZES REISEWISSEN INDIEN, TEIL 1:

  • In Indien gibt es geschaetzte 200 Millonen freilaufende Kuehe, die auch als Muellentsorger dienen
  • Indien hat ueber 1 Milliarde Einwohner, davon sind 80% Hindus, 13% Moslems (dh. alleine in Indien leben ca. 150 Millionen Moslems), ferner Glaubensgruppen der Jains, der Sikhs und Christen
  • Auf dem indischen Subkontinent will jeder eine hellere Haut haben und Kosmetikartikel werben mit “Whitening skin”
  • In Delhi gibt es Greifvoegel in der Stadt
  • Anstatt ‘Gesundheit’ sagt man sagt Hindu nach dem Niessen ‘Krishna’ (nach einem der beruehmtesten Hindugoetter)
  • In der indischen Musik besteht eine Oktave aus 22 Toenen
  • Die Taubenplage hier ist schlimmer als am Markusplatz in Venedig
  • Jain Tempel duerfen Frauen waehrend Ihrer Periode nicht betreten
  • Neben Furgeson ist Eicher die meistgefahrene Bulldogmarke Indiens
  • Wer denkt auf Sizilien wird viel gehupt, der war noch nicht in Indien
  • Der Eintritt zum Taj Mahal ist fuer Auslaender 40 mal so hoch wie fuer Inder
  • Die indischen Maenner urinieren ungeniert ueberall hin –> stiiiiinkt!!!
  • Indien versinkt im Muell und die Luftverschmutzung ist unglaublich
  • Jains tragen Mundschutz, weil sie glauben, dass auch Fliegen Teil des Reinkarnationszykluses sind


- - - E N G L I S H V E R S I O N - - -
According to its official strapline “Incredible India”, India is indeed incredible:
incredibly dirty, incredibly colorful, incredibly exhausting, incredibly hospitable, incredibly poor, incredibly rich, incredibly loud and incredibly fascinating! And the most incredible fact is that you can only get these things as a package: a subcontinent of extremes!
On our way to Southeast Asia, we chose India deliberately as our first destination, since we knew upfront, that traveling India would not be the most relaxing thing to do ;-) but that the experiences, due to the different culture, are unique.
Almost all the above described characteristics were proven true during our first day; however our impressions are rather positive: the touts in Egypt are far more annoying and we have seen quite some litter elsewhere.
The Indians are – except you are standing in front of Taj Mahal and look like a tourist (something you can’t really help) – very friendly and take pictures of us and we take pictures of them and they say “you are beautiful couple” and we say “you have a beautiful sari”. Moreover, Kerstin finally arrived in veggie heaven! Most restaurants don’t even offer meat dishes and if so, there is a tiny little section at the end of the menu saying “non Veg”, consisting of ca. 4 dishes (mostly chicken). Unfortunately, they don’t offer alcohol neither, but we will probably survive that as well!
With our Western perception many things are hard to get here: While a couple holding hands gets eyed at, male friends are exchanging caresses, which are signs of fraternity. A naked shoulder is revealing, but most of the saris show the complete belly of the Indian lady. Touching somebody with your foot by mistake asks for a formal apology, whereas bumping into someone in the street is OK. And DO NOT eat or accept anything with your left hand, it’s supposed to be dirty (toilet paper is outside the touristic centers hard to get, if you know what I mean ;-)
Therefore we were pretty busy during the first 4 weeks, getting used to the Indian way of life and trying not to make any mistakes (“do not use the left hand, do not use the left hand,..”), crossing the street and staying alive, processing the many and colorful impressions, understanding Hinduism and the caste system (still without success), enjoying the yummy food and the unbeatable prices and getting along with the malodour!
2. – 4. Nov. 2011: Delhi
We reside in the hectic area around the main station ‘Pahar Ganj’. There we enjoy the views onto the bustling Main Bazaar from the numerous roof top restaurants. Between all the rikshaws, tuktuks, taxis and pedestrians you can spot many cows in the middle of this megacity! The holy cows are everywhere and even stop the traffic on the local ‘highways’ from time to time.
Air pollution in Delhi is so extreme, that on some days you even can’t see the sun.
Therefore we decide to leave Delhi for a while to explore the region to its West: Rajasthan. Since everything is pretty affordable we decide to take a car with a driver. Due to the traffic situation, which is inscrutable for Europeans , it’s impossible for us to drive.
6. – 16. Nov 2011: 12 day trip through Rajasthan
PUSHKAR
Luckily we went to Pushkar during the huge and famous Hindu festival ‘Pushkar Mela’. The believing Hindus take a bath in the holy lake to symbolically wash away their sins. Concurrently a big camel fair is taking place in the outskirts of Pushkar, consisting of a huge tent city for 20000 people and numerous camels, horses and some cattle, which are traded. Everything here reminds us at a scenery of 1001 nights and the countless saris and flowers convert everything into an ocean of colors. Especially the camel safari in the sun rise through the tent city towards the adjacent desert Thar was unforgettable, although we can tell you that one sits very high on such a camel.
UDAIPUR
Next stop during our round trip was Udaipur and its colossal city palace. You have to buy an extra ticket for your camera (like for many sights throughout Rajasthan) for the palace, which is partly still inhabited by the current Maharaja. The city palace is very pompous, however reminds us of according buildings in Istanbul. That’s why the pre-Islamic Jagdish temple was way more interesting for us, especially because of its unbelievable carvings.
RANAKPUR
Alike the Jagdish temple, the temple of Ranakpur is a real masterpiece of marble carving. Particularly, the main temple ‘Chaumkh’ with its 1444 ornamented columns, of which none is equal to another, is impressive.
JODHPUR
Above the ‘blue city’ with its indigo-painted houses soars the abundant Meherangarh Fort, which has never been conquered throughout times.
JAIPUR
The next destination is part of the so-called touristic “Golden Triangle”: Delhi, Agra and Jaipur. Therefore, the place is overcrowded by vast numbers of tourists (including us), which we learn while visiting the Amber Fort. Unfortunately, the otherwise really interesting fort is heavily visited. Moreover, the guide which was provided by the agency is annoying us with a) his ignorance and b) his barefaced request for exorbitant tips (which we do not fulfill). Once again it’s proven: places with many tourists attract people who want to take advantage of them and their authenticity gets lost.
RANTHAMBORE NATIONALPARK
After the countless visits of temples and palaces, we were really looking forward to some change. The Ranthambore national park is mainly famous for its tiger population, which you can at least spot on the advertisements! Of course we do not see any big cats, although the guide claimed on time seeing a leopard.
AGRA – TAJ MAHAL
The last day of our round tour brings us to the city of the world-famous Taj Mahal. We see the beautiful marble building in the morning sun. However, we are already pretty saturated with impressions of buildings after almost 2 weeks of sight seeing in Rajasthan.
15. – 19. Nov 2011: Delhi
Home Sweet Home – after twelve days of traveling we looked forward to being again on known terrain. We’ve used the days to reflect our impressions from our round trip and to organize our ongoing travels. Immediately we realized, that it is not possible to buy spontaneously tickets for the train since they are already sold out two days in advance! To get a ticket to the direction of Varanasi (our next stop) we visited the reservation office in the New Delhi railway station. Here we found the remains of the British bureaucracy: a funny sitting Q-ing lane. The form for the purchase of a train ticket reminded us on a visa application form. In the end we manage to buy two tickets for a journey in two days and we are looking forward to our first train adventure in India!
But as of now enough, here you can enjoy the pictures from Rajasthan:

UNNUETZES REISEWISSEN INDIEN, TEIL 1:

  • Ca. 200 million loose cows live in India – they also serve as disposal collectors
  • India has more than 1 billion inhabitants, thereof 80% are Hindus, 13% are Moslems and in addition religious groups of the Jains, the Sikhs and Christians
  • On the Indian subcontinent everyone wants a brighter skin and cosmetic articles advertise with their “whitening” quality
  • In Delhi there are raptors in the city
  • Instead of ‘Bless you’ Hindus say ‘Krishna’ after sneezing
  • In Indian music an octave consists of 22 notes
  • In Delhi the pigeon plague is worse than in Venice
  • Women are not allowed to enter a Jain temple during their period
  • Fergueson and Eicher are the most popular tractor brands
  • If you think that in Sicily the honk is used quite often you haven’t been to India!
  • The entry fee to the Taj Mahal for foreigners is 40 times the value as for Indians
  • India has a big problem with garbage and air pollution
  • Jains use masks, because they believe, that even flies are part of the reincarnation circle