Montag, 24. Januar 2011

Chile, Teil 1 – oder Santiago und drumrum ;-)


Das Klopapier darf wieder ins Klo, das Leitungswasser darf wieder getrunken werden, an Obst und Gemuese darf die Schale dranbleiben, der Wein ist richtig gut, der Kaese mehr als passabel und wir sind nicht mehr von vornherein die “Gringos” – Hurra, willkommen in Chile!
Nach 9 Monaten ohne diese und andere Annehmlichkeiten geniessen wir sie in vollen Zuegen, auch wenn alles nicht nur europaeischen Standard, sondern auch europaeische Preise hat, und uns der ausufernde Konsum in diesem Land (der uns sehr an die USA mit ihren ‘Riesenmalls’ und ‘Foodcourts’ erinnert) etwas ueberrollt (und auch ein bisschen schockiert).
Vor allem der direkte Gegensatz zu Bolivien, dem aermsten Land Suedamerikas, aus dem wir einreisen, ist wirklich extrem und etwas erschreckend.
21. - 23. Dezember: San Pedro de Atacama
Nach unserer 3taegigen Jeeptour durch den suedwesten Boliviens erreichen wir San Pedro de Atacama, eine Stadt mitten in der Wueste und freuen uns ueber die heissen Temperaturen. Highlight unseres Aufenthalts ist der Besuch des TurBus Bueros, wo wir voellig unverhofft unsere Bustickets fuer den 26. Dez. nach Santiago gegen welche vor Weihnachten umtauschen koennen (wir hatten in unserer Naivitaet natuerlich viiiiiel zu spaet gebucht und waeren eigentlich erst nach Weihnachten in Santiago angekommen). Somit kommen wir puenktlich zur Bescherung (und nach einer 24stuendigen Busfahrt) – am 24. Dez. nachmittags – bei Rona und ihrer Familie im Stadtteil Nunoa an und koennen doch noch zusammen Weihnachten feiern – Hurraaaa! (fuer alle die’s nicht wissen: Rona ist eine Schwester von Fiona, mit der Bernie die Grundschule besucht und in Regensburg in einer WG gewohnt hat)
24. Dezember – 17. Januar: Santiago, Nunoa – Willkommen zu Hause!
P1050448Rona, ihr Mann Victor und der 3monatige Wonneproppen Caspar leben in Nunoa, einem schoenen Stadtteil von Santiago, ohne Hochhaeuser und mit vielen Alleen. Wir geniessen mal wieder in einem schoenen Haus wohnen zu koennen, ein eigenes huebsches Zimmer mitsamt Bad zu haben und machen so ein bisschen Urlaub vom Reisen. Ferner ist es nach laaaaaaanger Zeit richtig toll, eine saubere und gut ausgestattete Kueche mitsamt Backofen nutzen zu koennen (was wir intensiv machen: Semmelknoedel, Sauerbraten, Kaesspatzn, Hawaiitoast, Kartoffelauflauf, usw. – Bernie hat in den 3 Wochen bestimmt 3 Kilo zugenommen, hihi ;-). Und am meisten geniessen wir die Zeit mit Rona, Caspar und Victor!
Weihnachten feierten wir mit Victor’s Familie, wobei eine chilenische Weihnachtsfeier wenig mit dem, was wir unter Weihnachten verstehen zu tun hat: statt Schnee gibt’s 30 Grad im Schatten, statt heissem Punsch kuehle Drinks, statt dicken Schals bunte Huete und statt gemuetlich einmummeln alle Fenster und Tueren auf – alles in allem eher eine Mischung aus Kappenabend und Sommerfest, aber auch schoen!
Und abends koennen wir uns sogar wieder an Kultur erfreuen und besuchen zwei mal ein Rockkonzert von lokalen Bands im Batuta (genau Baumi, der Schuppen in dem wir schon vor 8 Jahren waren!).
03. Januar – 09. Januar: Valparaiso und Strand in Las Cruces
Nach den Feierlichkeiten zum neuen Jahr verabschiedeten wir uns fuer eine Woche in Richtung Kueste: wir besuchen Valparaiso und freuen uns ueber ein Wiedersehn mit Jo und Stephen aus England. Valparaiso ist ueber mehrer Huegel am Meer verteilt und bekannt fuer seine vielen “Ascendores” (kleine Zahnradbahnen), langen Treppen und Gaesschen, die sich die Huegel hochschlaengeln und den malerischen Vierteln ‘Cerro Alegre’ und ‘Cerro Concepcion’. Wir verbringen einen wunderschoenen Tag und erkunden zusammen Valpo (kurzform fuer Valparaiso): Hafenrundfahrt, Stadtbummel, Besuch von ‘La Sebastiana’ (eines der drei Haeuser von Pablo Neruda, dem wohl beruehmtesten chilenischen Dichter) und am Abend ein gemeinsames Essen. Unser Fazit: Valpo rockt und der Senor Neruda hat echt Stil!
 
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Danach ging’s fuer uns ein bisschen weiter nach Sueden in den Strandort ‘Las Cruces’, wo wir einen schoenen, ja fast schon luxurioesen Campingplatz finden (mit Stromanschluss, Licht und privater Spuele am Zeltplatz). In und um Las Cruces betreiben wir ausgiebiges Strandhopping, auch wenn der kuehle Pazifikwind teilweise zu kalt fuer Badekleidung ist, und besuchen erneut ein Haus von Pablo Neruda, dieses mal ‘La Isla Negra’ im gleichnamigen Ort und sind wieder sehr begeistert von dem aussergewoehnlichen Stil dieses Lebemanns (wie ihn unsere Campingplatzbesitzerin nennt ;-)


Wieder zurueck in Santiago erfahren wir dass Reisefreunde aus Belgien, Sylvie und Oli, die wir in Ecuador beim Waleschaun kennengelernt hatten, zufaellig auch in der Stadt sind! Zusammen organisieren wir deswegen ein Abendessen mit Ihnen in Ronas Haus und schliessen den Abend dann mit einem erneuten Besuch des Livemusikclubs ‘Batuta’ ab. Nachdem uns Rona zu Ihrer Geburtstagsfeier am Samstag, den 15. Jan, eingeladen hat, beschliessen wir unseren Aufenthalt nochmals zu verlaengern und bis dahin zusammen mit Sylvie und Oli den ‘Cajon de Maipo’ in der Naehe von Santiago zu besuchen:P1050328
12. Januar – 13. Januar: Cajon de Maipo
Wir mieten uns ein Auto, was zu viert eine echt rentable Alternative zu den Bussen darstellt. Zum ersten Mal sitzen wir in einem kleinen chinesischen Auto, dem ‘Hafei Lobo’, und hoffen instaendig, dass wir ankommen werden ;-). Es ist ein echter Luxus nach ueber 9 Monaten mal wieder ein ‘eigenes’ Auto zu besitzen, sich gaenzlich unabhaengig von festgelegten Abfahrtszeiten zu bewegen und bei jedem Aussichtspunkt ohne Probleme anhalten zu koennen!

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Wir zelten bei den ‘Banos de Colina’, Naturpools mit heissem Thermalwasser. Vor allem in der Nacht geniessen wir es, in den warmen Becken zu sitzen und mit einem Getraenk in der Hand in die Sterne zu schaun! Tags drauf, nach dem obligatorischen Fruehstuecksbad, wandern wir im wunderschoenen Nationalpark “Monumento Natural El Morado” bis zum Gletscher ‘San Francisco’.


Zurueck in Santiago hat Rona Geburtstag und alle Freunde kommen zum Brunchen. Etwas ganz Neues ‘dieses’ Brunchen fuer die Chilenen und die Fragen, ob wir ‘sowas’ oefter machen amuesieren uns sehr.
Weil wir uns so wohl und willkommen (ja Rona, ihr ward selber Schuld ;-) gefuehlt haben, dauerte unser Aufenthalt in Santiago dann viel laenger als urspruenglich geplant. Nach ueber drei Wochen (mit kurzen Unterbrechungen) haben wir nun schweren Herzens unser allerliebstes Reisezuhause am letzten Montag verlassen, um dann doch mal weiter in Richtung Sueden zu reisen, bevor uns noch der Winter einholt! Was hatten wir fuer eine tolle Zeit in Nunoa! Vielen Dank liebe Rona, Victor und auch Caspar, dass wir Weihnachten, Silvester und Geburtstag mit euch feiern durften und ihr uns so lange ertragen habt Winking smile!
Und wer die Bilder anschaut, wird sehr schnell feststellen, dass wir uns in erster Linie gut ernaehrt haben, man koennte sie auch unter den Titel “Kulinarische Wochen in Santiago de Chile” stellen:
http://flickr.com/gp/mrwilsonontour/P6602w/
Achtung, nutzen sie unsere neuen Flickrfeatures 2011:
die Fotobeschreibungen sieht man jetzt auch bei der Diashow, wenn man die Ansicht mit einem Klick rechts unten auf Vollbild umstellt und dann in der Menueleiste oben “Info anzeigen” anwaehlt!
Vielen Dank fuer Ihre Treue! ;-)

UNNUETZES REISEWISSEN CHILE:

  • Weihnachtsgeschenke gibt’s hier am 24. Dezember erst um Mitternacht
  • in Chile gibt’s noch viele Servicejobs: Tankwart, Ausparkhilfen, Tueteneinpacker und Einkaufswagenzurueckschieber im Supermarkt, die sich ueber ein Trinkgeld von 200 Pesos freuen
  • genau andersherum als auf der Nordhalbkugel bedeutet die linke Mondsichel hier zunehmender Mond
  • Unilever’s ‘Langnese’ heisst hier ‘Bresler’
  • “vale”, das spanische AllroundOK, wird nicht nur wieder verstanden, sondern auch vielseitig verwendet
  • eine Frisbeescheibe eignet sich hervorragend als Campingteller
  • Joghurtskandal Chile: was sich hier ‘Yogurt’ nennt ist fast immer gelatinierte Milch – Iiiieeeeehhh!
  • ob Gurken, Sauerkraut, Marmelade: alles gibt’s in Tueten zu kaufen
  • Vorsicht: der stolze Chilene gibt liebe eine Falschauskunft, als sein Unwissen zuzugeben (das gilt auch fuer Touriinfomitarbeiter!!!!)
  • Pinocchio heisst hier Pinocho
  • “Asado” (grillen) ist der wohl beliebteste chilenische Volkssport. Fast jedes Haus hat einen fest gemauerten Grill und auf SchnickSchnack wie Salate, Sossen, etc. wird  grosszuegig verzichtet und der Einfachheit halber direkt im Stehen vom Grill schnappuliert
  • wer als erster “Poncho” ruft, wenn ein alter VW Kaefer zu sehen ist, darf allen anderen eine Hieb auf den Oberarm geben (aehnlich wie bei uns das In-Den-Aus-Zeigefinger-Und-Daumen-Formierten-Kreis-Schaun-Spiel) – aktueller Spielstand K 7 – B 3
  • der Mond hat hier kein Gesicht, dafuer kann man das Sternbild ‘Kreuz des Suedens’ bewundern
  • wer keine chilenische ‘RUT’ (Pass- und Sozialversicherungsnummer in einem) hat, hat’s nicht einfach und kann nichtmal selber ein Busticket im Internet buchen, Post verschicken,…


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The toilet paper can be thrown into the toilet, the tab water is drinkable, fruits and vegetables don’t have to be pealed before eating, the wine is really good, the cheese absolutely decent and we are not a priori the “gringos” – yeehaaa, welcome to Chile!
After 9 months without these and other comforts we really enjoy them, although everything has not just European standards, but also European prices. Moreover we are a little overrun and shocked  by the consumption, reminding us of the USA with its huge malls and food courts, mainly in contrast to Bolivia, the poorest country in South America, from which we entered.
21. - 23. December: San Pedro de Atacama
After our 3day jeep tour through the Southwest of Bolivia we arrive in San Pedro de Atacama, a town in the middle of the desert and we are happy about the hot temperatures. Highlight of our stay there is the visit of the TurBus office in which we manage to change our bus tickets. Therefore we arrive in Santiago at the Christmas evening and not after Christmas. This means that we can celebrate the 24th within a familiar environment together with Rona, Victor and their 3month old son Caspar (for all the one’s without knowledge: Rona is a sister of Fiona, with which Bernie attended primary school and later lived together in a flat in Regensburg). Whooohooo!
24. December– 17. January: Santiago, Nunoa – Welcome home!
Rona, her husband Victor and the 3 month old little Caspar live in Nunoa, a beautiful neighborhood of Santiago, which is built without skyscrapers and loads of alleys. We enjoy it a lot to have our own room including our own bath and hence make holiday from traveling! In addition we like it a lot that (after a loooooong time) we can use a clean and fully equipped kitchen again, including a baking oven (we use this a lot and cook loads of differnet meals). But mainly we enjoy our time with Rona, Victor and Caspar!
We celebrate Christmas together with the Victor’s family, and we realize, that a Christmas party in Chile is totally different to what we are accustomed to: instead of snow there are 30 degrees Celsius in the shadow, instead of hot ‘Punsch’ we have cold drinks and instead of warm scarfs we wear colored hats – all in all it reminds us more of a summer party carnival fusion, but very nice as well!
In the evenings we are very happy to have culture again, and so we visit twice a Rock concert of local bands in the Batuta life music club.
03. January– 09. January: Valparaiso and the beach in Las Cruces
After the New Year celebrations we visited for one week the coast next to Santiago: In Valparaiso we happily met Jo and Stephen from England again! The city of Valparaiso is spread out on different hills next to the seaside, and it is known for the ‘Ascendores’ (small cog railways) and the long stairways and narrow streets. We spent a beautiful day together and explored Valpo (short form for Valparaiso): Harbor tour, city walking tour, visit of ‘La Sebastiana (one of the three houses of Pablo Neruda, the most famous poet of Chile) and a joint meal in the evening! Our conclusion: Valpo rocks and Mr. Neruda definitely has style!  

After Valpo we visited the beach village ‘Las Cruces’, in which we found a very beautiful, if not to say luxurious, camp ground (with electricity, light and private sink!). In and around Las Cruces we practice ‘beach hopping’, although the cold pacific wind does not permit wearing beach wear most of the time. Moreover we visit again a house of Pablo Neruda, this time his beach house named ‘La Isla Negra’.

Back in Santiago we learn that our travel friends from Belgium, Sylvie and Oli, which we met in Ecuador during whale watching, are as well in Santiago! Together we organize a dinner in Rona’s house and visit the Batuta music club afterwards. Since Rona had invited us to her birthday celebration on saturday, the 15th of January, we decided, to lengthen our stay in Santiago (again) and visit the Cajon de Maipo in the meantime together with Sylvie and Oli.
12. January– 13. January: Cajon de Maipo
Since we are four, we rent a car together, because it’s almost cheaper than taking local transportation. For the first time we all sit in a small Chinese car, the ‘Hafei Lobo’, and we hope imploringly, that we’ll come home save! It is a real luxury after 9 months to have an ‘own’ car again, which allows us to travel independently from fixed departure times and with a stop every time where there is something to see! We camp at the ‘Banos Colida’, hot natural thermal pools. Especially in the night we enjoy it a lot to sit in the hot pools, drink beer and look at the stars! The other day, after the obligatory morning bath, we hike in the beautiful Nationalpark “Monumento Natural El Morado” up to the the glacier ‘San Francisco’.
Back in Santiago we celebrate Rona’s birthday wit all her friends having a brunch.
Since we liked it a lot in Santiago and because we felt sooooo welcome (yes Rona, it’s your fault as well!) we stayed way longer than planned! After more than three weeks (including small breaks) we said goodbye to our most beloved traveling home to travel south before the winter arrives! What a beautiful time we had in Nunoa! Thanks a lot Rona, Victor and as well Caspar, that we could celebrate Christmas, New Year and birthday together with you!
The one’s looking at the pics will soon realize that first and foremost we ate a lot, so we could post this as well under the title ‘culinary weeks in Santiago de Chile’:
http://flickr.com/gp/mrwilsonontour/P6602w/

USELESS TRAVEL KNOWLEDGE CHILE:

  • Christmas presents are opened here on the 24th of December at midnight
  • In Chile there are still loads of service jobs: filling station attendant, parking lot attendant, supermarket bag packers, all of which are happy getting a tip of 200 Pesos
  • confusingly the left half moon here means increasing moon, crazy Southern hemisphere
  • Unilever’s ‘Langnese’ is named ‘Bresler’
  • “vale”, the spanish allround OK, is not just understood again, it is even used a lot!
  • A frisbee makes a very good camping plate 
  • Yoghurt scandal Chile: in what they claim to be ‘Yogurt’ you almost always find gelatined milk – eeeeeeeeeeeeeeeek!
  • Cucumber, Kraut, marmalade: Everything can be bought in bags 
  • Beware: the proud Chilean rather provides wrong information than admit that she/he has no knowledge (this includes as well the guys in the tourist offices!)
  • “Asado” (barbecue) is definitely the favorite people’s sport here in Chile: Almost every house is equipped with a fixed grill and add-on’s like salad or sauces are not of interest, everything (the meat) is just eaten directly next to the grill
  • the first one calling “Poncho” when an old VW beetle is in sight is allowed to punch his counterpart on the upper arm – we loooove that game!
  • the moon doesn’t have a face here, but on the other hand you can see the Southern cross
  • in case you don’t have a Chilean ‘RUT’ (passport and social security number in one) you cannot just by a bus ticket in the internet or post a letter

Dienstag, 4. Januar 2011

Stippvisite in BOLIVIEN’s luftigen Hoehen

4. – 7. Dezember: Titicacasee; Copacabana und Isla del Sol (3800 m)
P1030298Unsere erste Station ist die bolivianische Seite des Titicacasees. Zusammen mit Jo und Stephen geht’s nach Copacabana und von da aus mit dem Boot direkt auf die Isla del Sol. Im Norden der Insel soll es weniger touristisch sein, also wird Challapampa im Norden unser Ziel und der Ort an dem wir fuer 3 Tage die Seele baumeln lassen. Das noch relativ verschlafene Dorf ist ein riiiiiesiger Streichelzoo mit lustigen Tierbabies an jeder Ecke. Ausserdem geniessen wir die tollen Farben (vor allem das tiefe blau des Sees) auf der Insel, wo der Inkalegende nach die Sonne geboren wurde. Wir haben Wahnsinnsblicke auf die schneebedeckte Cordillera Real, die sich ganz unwirklich hinter dem Ufer der bolivianischen Seite auftut und am letzten Tag wandern wir auf dem Kamm der Insel entlang nach Sueden.

7. – 17. Dezember: La Paz (3600 – 4100 m)
La Paz ist unheimlich laut, immer voll, ziemlich dreckig und die Luft immer schlecht und versmogt. Trotzdem fuehlen wir uns hier richtig wohl. Wir wissen selbst nicht woran es liegt, aber die Stadt hat ihren ganz eigenen Charm, die Hektik hat etwas Lebendiges, der Dreck etwas Authentisches.
Wir geniessen es, uns hier auch mal indisches, arabisches, thailaendisches und sogar deutsches Essen zu leisten, weil die Preise wirklich unschlagbar sind. Und trotzdem ist hier einiges geboten: Wir treffen Stefan und Daniel wieder und wohnen mit Jo und Stephen zusammen im Hostal.
Ausserdem druecken wir wieder die Schulbank: wir nehmen Spanischunterricht und versuchen endgueltig hinter die Geheimnisse des ‘Subjuntivos’ zu kommen (wenn auch vergebens ;-). Unsere kompetente Lehrerin Isabell gibt uns ausserdem viele Einblicke ueber die momentane Situation Boliviens und wir sind etwas schockiert ueber die politische Richtung die Morales einzuschlagen beginnt und uns sehr an Kuba erinnert (Zensur im Fernsehen “fuer” eine positivere Stimmung im Land und Zwangsschliessung von religioesen Universitaeten).
Huayna Potosi (6088 m)
P1030483Der Bernie hat sich dann mal fuer 3 Tage zum Huayna Potosi begeben. Mit 6088 Metern uebersteigt der Berg bei La Paz knapp die magische 6000er Grenze und ist somit fuer Kerstin und ihre Atembeschwerden in der Hoehe leider gleich mal ausser Reichweite. Mit dem Touranbieter ‘Travel Treks’ ging es am ersten Tag zum Basisrefugio auf 4700m. Den Nachmittag nutzten wir um auf dem Gletscher des Huayna Potosi Eisklettern zu ueben. Nach heftigem Schneefall in der Nacht geht es am zweiten Tag vormittags zum Campo Alto Roca auf 5130m. Hier ruhen wir uns am Nachmittag aus, und um 18.00 Uhr gibt es dann schon Abendessen damit man anschliessend sich zu Bette legt. Punkt Mitternacht ging die Bergbesteigung dann los: mit Stirnlampen und Steigeisen liefen wir ueben den Gletscher Richtung Gipfel. Final bestieg ich den Gipfel zusammen mit zwei Maedels, Ellen und Stephanie, aus England und unserem Guide Rosario in einer Seilschaft. Nach 7 Stunden Bergsteigen (inklusive dem Ueberspringen diverser Glescherspalten!) erreichten wir dann um 7.30 Uhr morgens den Gipfel, ein wahrhaft erhebendes Gefuehl! Mit dem Wetter hatten wir richtiges Glueck, wir konnten quasi wolkenlos bis zum Titicacasee schauen. Der Abstieg war dann in 4h erledigt, und um 15 Uhr war der Bernie dann richtig ermattet, aber gluecklich, wieder zurueck in La Paz.
La Paz wird fuer uns auch noch zum Shoppingmekka und wir stocken unseren Bestand an Outdoorartikeln und diversen Strickwaren zu den unglaublichsten Preisen auf.

P103073617. – 21. Dezember: Salar de Uyuni (3600 m – 5000 m)
Und was waere ein Bolivienaufenthalt ohne einen Besuch der beruehmten Salzwueste?
Mit dem Bus geht’s zuerst von La Paz bis Oruro und von dort aus weiter mit dem Zug bis nach Uyuni. Dort organisieren wir uns zusammen mit Theresa, Anja und Andre aus Berlin und Roland aus Offenbach – die wir zufaellig und gluecklicherweise in einer P1030625der zahlreichen Tourbueros kennenlernen – eine 3taegige Jeeptour. Diese fuehrt uns zuerst durch die endlosen und beeindruckenden Weiten der weissen Salzwueste “Salar de Uyuni” und dann an verschiedenstfarbigen Lagunen, Geysiren und Thermalquellen vorbei bis hinunter zur Attacamawueste bei San Pedro in Chile. In der Salzwueste schiessen wir viele lustige perspektivenlose Fotos und in und an den Lagunen sehen wir tausende Flamingos, wilde Vicunas (eines der 4 Kleinkamele neben dem Lama), eine Viscacha (Hasenmaus) und sogar einen Andenfuchs. Eine Nacht schlafen wir in einem Salzhotel und bekommen ein privates Geigenkonzert von Theresa, Vivaldi als Gutenachtmusik, das hat wohl nicht jeder. Am Ende der Tour nehmen wir dann noch unser hoechstes Bad auf 4300 m in den Termas de Chalviri und auch Kerstin stellt ihren Hoehenrekord vom Santa Cruz Trek ein, da einer der Paesse ueber 5000 m geht.

Unsere 3 Stopps in Bolivien werden aber dem Land lange nicht gerecht und auf unserer ToDoListe fuer Bolivien sind noch einige Stationen offen. Da wir es zu Weihnachten aber gerne bis nach Santiago de Chile zu Rona schaffen wollten und wir Patagonien auch nicht gerade im Winter bereisen wollen (einmal zelten im Schnee muss reichen ;-), liessen wir es fuer den Moment dabei. Aber eben nur fuer den Moment, wir planen auf unserem “Rueckweg” Richtung Norden erneut in Bolivien Halt zu machen, aber wann und wie genau steht natuerlich noch in den Sternen.
Wer aber schon mal einen kleinen Einblick haben moechte klickt ganz schnell hier:
http://flickr.com/gp/mrwilsonontour/j1pj1J/

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UNNUETZES REISEWISSEN, BOLIVIEN:

  • in Bolivien bezahlt man mit “Bolivianos”
  • Bolivianische Strassenverkaeufer und Souvenierladenbesitzer sind laengst nicht so nervig und aufdringlich wie ihre peruanischen Kollegen – seeeeehr angenehm!
  • die Hauptstadt von Bolivien ist Sucre, La Paz ist “nur” Regierungssitz
  • in La Paz (3600 – 4100 m) siedet Wasser schon bei ~87 Grad Celsius
  • Almuerzos (Mittagsmenues) gibt’s schon fuer 80 Eurocent
  • an jedem Busterminal muss man eine Steuer (aehnlich wie eine Flughafensteuer) von ca. 2 Dollar bezahlen. Wofuer? Das haben wir uns auch gefragt!
  • aus Scham bedecken die meisten Schuhputzer in La Paz ihre Gesichter um nicht erkannt zu werden
  • und unsere musikalische Reise geht weiter: Highlights im Zug nach Uyuni: Musikvideos a la Kuschelrock 3 (z.B. mit Wind of Change von den Helden aus der Wedemark: den Scorpions)
  • die beruehmte Copacabana Brasiliens wurde nach dem Wallfahrtsort am Titicacasee benannt
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4. – 7. December: Lake Titicaca; Copacabana and Isla del Sol (4100 m)
Our first stop was the Bolivian side of lake Titicaca. Together with Jo and Stephen we travel to Copacabana and from there take a boat to the Isla del Sol. The North of the island is supposed to be less touristy, so we decided to go to Challapampa in the North, where we hang loose for 3 days. The still relatively sleepy village is a huge petting zoo with funny baby animals everywhere. Moreover we enjoy the wonderful colors (especially the deep blue of the lake) on the island, where the sun was born according to an Inca legend. We have amazing views onto the snow capped Cordillera Real on the Bolivian sight and hike along the crest towards the South on our last day.
7. – 17. December: La Paz (3600 – 4100 m)
La Paz is unbelievably loud, always packed, pretty dirty and the air is bad and smoggy. Nevertheless we really like it, although we don’t know why. We enjoy Indian, Arabic, Thai and even German food for backpacking compatible prices. We meet Stefan and Daniel again and stay in a hostal together with Jo and Stephen.
Moreover we take Spanish lessons again. Our competent teacher Isabell gives us many insights on the actual situation in Bolivia and we are shocked about the parallels to Cuba (censored news on TV, close down of church run faculties).
Huayna Potosi (6088 m)
Bernie went to Huayna Potosi for three days. The mountain next to La Paz exceeds with 6088m slightly the magical 6000m border. But unfortunately due to this height it’s way too high for Kerstin and her breathing problems, so she decided to stay in La Paz for shopping ;-). With the Tour Operator ‘Travel Treks’ we traveled the first day to the base camp at 4700m. We used the afternoon to practice ice climbing at the glacier of the Huayna Potosi. After severe snowing during the first night we walked up the second day to the Campo Alto at 5130m. Here we relax in the afternoon, and at 6PM we have dinner that we can go to sleep early afterwards. Punctual at midnight we begin to climb the mountain equipped with headlamps and cramps. At the end Bernie climbed to the peak together with two girls from England, Ellen and Stephanie, and our Guide Rosario. After 7 hours of climbing we reached the top at 7.30 in the morning – what a feeling! We had really loads of luck with the weather, we could even see the Lake Titicaca from the top. The way down only took us 4 hours and thus Bernie was back in La Paz at 3PM – exhausted but very happy!

17. – 21. December: Salar de Uyuni (3600 m – 5000 m)
What would be a visit of Bolivia without a trip through the famous salt desert?
We took the bus from La Paz to Oruro and changed to the the train to get to Uyuni. There we can organize together with Theresa, Anja und Andre from Berlin and Roland from Offenbach – whom we met by luck in one of the numerous Tour Operator offices – a 3-day Jeeptour. The Tour leads us at the beginning to the endless and impressive wideness of the white Salt Desert “Salar de Uyuni” and afterwards we pass different colored lagoons, geysers and thermal pools until we arrive in the Atcama desert in San Pedro in Chile. We take many funny perspectiveless pics and see thousands of flamingos, wild vicunas, a viscacha and even an Andean fox. One night we spend in a salt hotel and get a private violin concert from Theresa – that was really unique! At the end of the tour we take our so far highest bath in the thermals of Chalviri (at 4300m) and Kerstin ties her record of heights from the Santa Cruz Trek, when passing 5000 m with the Jeep.

Our 3 stops in Bolivia don’t come up to this beautiful country and there are still a lot of destinations on our ToDo-list. But since we wanted to make it to Rona in Santiago de Chile for Christmas and are not that keen of travelling to Patagonia in winter (we already checked camping in the snow ;-) we for sure want to come back on our way back “up”, but when and how exactly is still vague.
But if you already want some insights into Bolivia klicks here:
http://flickr.com/gp/mrwilsonontour/j1pj1J/

Useless travel knowledge Bolivia:

  • in Bolivia you pay with “Bolivianos”
  • Bolivian street market sellers and souvenir shop owners are less presumptuous than their Peruvian collegues
  • Bolivia’s capitol is Sucre, La Paz is “only” the seat of government
  • in La Paz (3600 – 4000 m) water is already boiling at ~87 degrees Celsius
  • you can have almuerzos (set lunch) from 80 Eurocent
  • you have to pay a bus terminal tax of ca. 2 Dollar at every bus terminal!
  • the shoeshine boys in La Paz cover their faces out of shame
  • the famous Brazilian Copacabana was named after the place of pilgrimage at lake Titicaca